Projektberatung Geiselhart
Scrum

 Es gibt keinen Standard für Agile Methoden und wie im Topic Agile Methoden beschrieben, kann und sollte es dies auch nicht geben. Auf der Beliebtheitsskala im deutschsprachigen Raum liegt Scrum allerdings ganz vorne, also doch ein "Quasi-Standard"?

Warum wurde Scrum so beliebt?

  1. Scrum ist ein kurzes und "einfaches" Regelwerk, es besteht aus wenigen und klaren Regeln. Die ersten Bücher über Scrum waren daher sehr dünn, die Ausuferung an Regeln und Verhaltensweisen beginnt erst jetzt, und die Bücher werden dicker.
  2. Scrum adressiert die Menschen im Projekt und zwar alle: Kunden, Management, Fachabteilungen, Entwickler. Kein anderes Vorgehensmodell liefert dies explizit. Scrum etabliert die Kommunikation zwischen den verschiedenen "stakeholdern" und fördert die Zufriedenheit von Kunden, Management und Mitarbeitern.
  3. Scrum fördert die Transparenz für alle stakeholder.
  4. Scrum verspricht in der Softwareentwicklung bessere Qualität, besseres Time-to-market und höhere Produktivität

Diese Vorteile von Scrum gegenüber den etablierten Methoden sorgten für einen kometenhaften Aufstieg. Sie sind gute Marketingargumente für eine Einführung von Scrum.

Scrum ist eine einfache und praktische Anleitung für die Umsetzung des agilen Manifests und hier beginnt die Challenge mit Scrum. Wie kann ein so einfaches Management-Framework die Komplexität und Individualität von Softwareprojekten abdecken. Scrum kann und will dies auch nicht tun. Die Regeln von Scrum enthalten keine Verfahrensanweisung sondern fordern und fördern ein Umdenken in der Kommunikation und Organisation in  Projekten, und nicht nur dort. Die Ausgestaltung der Regeln bleibt dem einzelnen Projekt überlassen. Mike Cohn widmet in seinem Buch "Succeeding with Agile" ein ganzes Kapitel der Frage, warum ist es so schwierig Scrum einzuführen.

Welche Änderungen bringen ein Vorgehen mit Scrum

  • für das Management:
    • Delegation von Verantwortung an die ausführenden Mitarbeiter.
    • Vertrauen in das gesamte Projektteam (Fachbereich und Entwicklung) anstelle hierarchischer Kontrolle.
  • für den Fachbereich/Anforderer:
    • Klare Priorisierung der Kundenanforderungen.
    • Kostenbetrachtung für gewünschte Funktionen.
    • Eigenes Changemanagement
  • für das Entwicklungsteam (Architekten, Designer, Entwickler, Tester, Spezialisten):
    • Verfolgung des gesamtheitlichen Systemzieles
    • Teamarbeit statt Einzelaufgaben
    • Entwicklung vom Spezialisten zum All-Rounder
  • und für alle:
    • Menschen im Projekt sind Menschen und keine austauschbaren Ressourcen

Scrum bietet sehr gute Ansätze um das Agile Manifest in die Praxis umzusetzen. Aufgrund der sehr einfachen Regeln, die bei der Einführung strikt befolgt werden sollten, benötigt es Projekt- und Methodenerfahrung, sowie starke Kommunikations- und Führungsskills um ein erfolgreiches Projekt durchzuführen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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